Die Idee zu dieser Tour kam von meiner Tochter. Sie kennt einige meiner Fotos, die ich bereits zum Sonnenaufgang auf dem Feldberg aufgenommen hatte, und wollte dieses beeindruckende Naturschauspiel selbst erleben. Also machten wir uns früh morgens um 6 Uhr auf den Weg – an einem Tag, an dem schönes Wetter vorhergesagt war.
Ausgestattet mit Stirnlampen bahnten wir uns unseren Weg durch die Dunkelheit den Berg hinauf. Der Schnee knirschte unter unseren Füßen, und der Wind pfiff eisig um uns herum. Die Temperaturen waren weit unter dem Gefrierpunkt, und jede Sekunde ohne Handschuhe war eine Herausforderung.
Wir hatten uns mit der Zeit etwas überschätzt und waren eine Stunde zu früh oben. Das bedeutete: Warten – in der klirrenden Kälte. Doch genau das stellte sich als Glücksfall heraus. So konnten wir alle Phasen des Sonnenaufgangs miterleben und ich hatte reichlich Gelegenheit, mit der Kamera zu experimentieren.
Dann begann der Himmel sich langsam zu verwandeln. Zuerst war da nur ein feiner, tieforanger Streifen am Horizont, während über uns noch die Sterne funkelten. Als die Dämmerung den Himmel in immer wärmere Farben tauchte, nutzte ich die Gelegenheit, um die Veränderung im Licht festzuhalten.
Die ersten Sonnenstrahlen berührten die Gipfel, und ich fokussierte meine Kamera auf die leuchtenden Schneewehen und die goldenen Lichtreflexe auf dem Eis. Die Schneefelder leuchteten in Gold- und Rottönen auf, während das Tal noch in Dunkelheit lag. Der Kontrast zwischen den noch dunklen Tälern und dem erleuchtetem Schnee war faszinierend. Ich experimentierte, was immer am meisten Spaß macht, mit verschiedenen Blenden, um die Schärfentiefe zu variieren und so das dramatische Spiel zwischen den Details im Vordergrund und der Weite der Landschaft einzufangen.
Einige meiner Aufnahmen wurden mit einer längeren Belichtungszeit gemacht, um die Bewegung im Bild zu zeigen und die weiche Textur der Landschaft zu betonen. Ich verwendete ISO100, um das Rauschen in den dunklen Bildteilen zu minimieren, und experimentierte mit verschiedenen Brennweiten und Blendenöffnungen:
Alle Bilder wurden mit einem Stativ aufgenommen, um eine stabile Basis zu gewährleisten und die feinen Details der Szene zu bewahren.
Inmitten dieser magischen Atmosphäre entstand auch ein besonderes Familienbild, das für mich weit mehr als nur ein Foto ist. Der Sonnenaufgang malte den Himmel in feurigen Farben, und als wir uns gemeinsam vor der majestätischen Kulisse der Alpen und der Aussicht vom Feldberg positionierten, wurde dieser Moment für immer eingefangen. Die eisige Kälte und der feurige Himmel schufen die perfekte Szenerie, um einen einzigartigen Augenblick der Verbundenheit festzuhalten.
Die Alpen sind weit mehr als eine Kulisse für beeindruckende Bilder. Sie gehören zu den artenreichsten Regionen Europas. Ihre extremen Höhenunterschiede und klimatischen Bedingungen haben die Entwicklung hochspezialisierter Pflanzen- und Tierarten gefördert. Die Alpen sind mit rund 2.500 Pflanzenarten ein Hotspot der biologischen Vielfalt. Viele Arten haben besondere Überlebensstrategien entwickelt, um extremen Bedingungen wie starken Temperaturschwankungen, intensiver Sonneneinstrahlung und kurzen Wachstumszeiten zu trotzen.
Zudem spielen die Alpen eine zentrale Rolle im ökologischen Gleichgewicht. Als gigantische Wasserspeicher versorgen sie Millionen von Menschen mit Wasser und beeinflussen das Klima weit über ihre Grenzen hinaus. Doch die Alpen stehen unter Druck: Der Klimawandel lässt ihre Gletscher rasant schmelzen und verändert das fragile Ökosystem schneller als je zuvor.
Nachdem ich unzählige Bilder geschossen hatte und wir die volle Wucht der Natur erlebt hatten, traten wir langsam den Rückweg an. Die Sonne stand nun hoch am Himmel, und die klirrende Kälte wich einer sanften Morgendämmerung.
Auf dem Abstieg hielten wir immer wieder inne, warfen einen letzten Blick zurück auf den Feldberg – diesen majestätischen Ort, an dem wir ein wahres Naturschauspiel erleben durften.
Diese Tour war mehr als nur ein fotografisches Abenteuer. Sie war eine Erinnerung daran, wie kostbar und unberechenbar die Natur ist. Und sie hat mir wieder einmal gezeigt, dass die schönsten Momente oft diejenigen sind, die man sich mit eisigen Fingern und klopfendem Herzen erarbeitet.
Schaut gerne auf meiner
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oder in meinem
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für das ein oder andere zusätzliche Alpenbild vorbei ;)