Herbst fotografieren

  • Der neblige Herbstmorgen
  • Die Vorbereitung, warum ist es wichtig Sonnenstand und Wetterverhältnisse zu checken.
  • Feld- und Waldweg als Herbstmotiv
  • Video: Schnell fließender Herbst-Nebel am Fürstenberg

Den grauen und goldenen Herbst fotografieren

Jede Herbstlandschaft, ob weit und ausgedehnt oder eng umgrenzt, hat ihr eigenes Gesicht. Besondere Lichtverhältnisse geben der herbstlichen Landschaft einen eigenen Charakter. Der Zauber des natürlichen Lichts, die Auswahl des Bildausschnitts, die Komposition des Bildinhalts, Tricks bei Gegenlichtaufnahmen und der kreative Einsatz der Brennweiten und Filter spielen dabei eine wichtige Rolle. In der nachfolgenden Herbstgeschichte erfahrt ihre einiges davon.

Der neblige Herbstmorgen

Wieso mache ich das nur? Jetzt stehe ich hier und der feucht kalte Wind kriecht mir in den Nacken, eigentlich friere ich nicht wirklich aber trotzdem fröstelt es mich. Mittlerweile steht die Herbstsonne schon leicht über dem Horizont, aber dichte Nebelschleier haben sie auf eine fahle Scheibe reduziert – gut so. Das ist die Zeit der Weichen-Schatten, für mystische Herbstbilder sind “neblige” Lichtstimmungen ideal. Genau dieses trübe Licht treibt mich aus dem warmen Federbett und lässt mich in der Landschaft stehen, aber ganz ohne Vorbereitung, springe ich nicht so früh aus dem Bett ?

Die Vorbereitung

Warum es wichtig ist Sonnenstand und Wetterverhältnisse zu checken.

Piep,Piep,Piep….Piep,Piep,Piep…. der Wecker kennt keine Gnade. Ich hab es so gewollt. Müdigkeit und die Vorfreude auf neue Lichtstimmungen kämpfen nur kurz gegeneinander, dann gewinnt die Vorfreunde interessante Lichtstimmungen, zu entdecken. Ausschlaggebend für Emotionen in einem Landschaftsbild ist die Lichtstimmung und das Wahrnehmen dieser Lichtstimmung. Ein Fotograf sollte sich also in seine Umgebung einfühlen können um besondere Lichtstimmung wahrzunehmen. Emotionen werden durch Gerüche, Mimik, Lichtstimmungen und Ereignisse ausgelöst.
Ein Landschaftsfoto hat keine Mimik, welche Freude oder Wut vermittelt kann, gewöhnlich riecht man auch nicht, was auf einem Bild dargestellt wird, außer man nutzt einen Duftstoff auf dem Fotopapier – so wie bei einem parfümierten Liebesbrief ? Es sind also Lichtstimmungen oder das Festhalten eines spektakulären Naturereignis welche Emotionen in einem Bild wecken können.

Wir merken uns: Die Lichtstimmung ist entscheidend um Emotionen bei Landschafts- und Naturbilder auszulösen.

Die “Lichtstimmung” am Tage setzt sich aus drei Hauptfaktoren zusammen:

  • Einfühlungsvermögen des Fotografen
  • der Sonnenstand
  • die Wetterverhältnisse

Je außergewöhnlich diese Faktoren sind desto “emotionaler” wird ein Landschafts- oder Naturbild.

Um sich gezielt auf eine bestimmte Lichtstimmung vorzubereiten, checke rechtzeitig das Wetter und den Sonnenstand. Dann weißt du ungefähr an welchem Aufnahmetag und Uhrzeit, deine gewünschte Lichtstimmung eintritt. Ist es dann soweit, sei dir deiner Umgebung bewusst und beobachte die Bild-Bausteine wie Schatten und Lichtverläufe wirken, erkennt man Strukturen oder sich wiederholende Muster,  gibt es Komplementärfarben, sieht man Linien und Flächen, die die Bildkomposition unterstützen. Jedes dieser Bild-Bausteine macht ein Foto interessanter und emotionaler.

Betrachte dir nochmals die oben gezeigten Fotos.
Was fällt dir jetzt auf, was haben diese Fotos gemeinsam, welche Bild-Bausteine erkennst du?
Ich rate dir als Übung diese Bild-Bausteine in deinen Bilder zu suchen, das schärft die Wahrnehmung für zukünftige Aufnahmen.

Ein Bild-Baustein bei den oben gezeigten Bildern, ist der sich auflösendem Bodennebel (ohne Bewölkung) nach Sonnenaufgang. Damit hast du schon mal eine Wetter-Vorgabe um solche mystischen Herbstbilder zu machen. Achte also beim Wettercheck auf „Wolkenfreier Himmel mit leichtem Bodennebel in den Morgenstunden. „

Emotionen von Landschafts- und Naturbilder =
Einfühlungsvermögen des Fotografen in die Situation (Story) +
Lichtstimmung ( Sonnenstand + Wetterverhältnis + spektakuläres Naturereignis)

Meinen Fotorucksack habe ich den Abend zuvor schon hergerichtet und die Anfahrt zur Foto-Location in Google-Map recherchiert, damit weiß ich, wann ich losfahren muss, um vor dem Sonnenaufgang mit etwas Zeitpuffer am Aufnahmeort zu sein. Nach einem kurzen Frühstück geht es auch zügig los, die Sonne wartet nicht auf mich ?

Meine Hilfsmittel
Ein Ersatzakku und Ersatzspeicherkarten sind nie verkehrt. Besonders in den kalten Morgenstunden entleeren sich die Akkus schneller als normal. In den frühen Morgenstunden, speziell vor Sonnenaufgang, hilft bei längeren Belichtungszeiten ein Stativ, um Verwacklungsunschärfe zu vermeiden. Die starken Hell-Dunkel-Kontraste bei Nebel in den Morgenstunden, zwischen Himmel und Landschaft bekommt man mit einem Grauverlaufsfilter in den Griff.
Möchte ich ein kräftiges Blau in Kombination von detailreichen Wolken und gelben Laubblättern, dann verstärkt ein Polfilter den Kontrast des Himmels und vermindert die Reflexionen auf den Laubblättern. Spiegelungen, Wolken und und Flüße weredn durch eine Langzeitbelichtung schön „weichgezeichnet“, hierbei kommt ein Graufilter (ND-Filter) zum Einsatz. Wie Graufilter, Grauverlaufsfilter und Polfilter zum Einsatz kommen, dazu später mehr.

Meine gesamte Ausrüstung findet Ihr auf der Seite „Meine Fotowelt“

Am Ziel angekommen hat es Nebel, ist aber nicht bewölkt, das sind schon mal sehr gute Aussichten für einen herbstlichen Sonnenaufgang. Wäre es über dem Nebel noch bewölkt, würde die Sonne logischerweise nicht sichtbar sein. Wenn der Nebel jetzt noch Bodennebel nicht zu dicht und kein Hochnebel ist, hat die Sonne eine Chance als fahle Scheibe durchzudringen. Bei nebligen Sonnenaufgängen gibt es sehr schöne zarte Töne, während die Sonne langsam über den Horizont wandert. Um den starken Hell-Dunkel Kontrast zwischen neblig heller Himmelsfläche und dunkler Landschaft auszugleichen, verwende ich einen Grauverlaufsfilter, manchmal sogar zwei übereinander.

Detaillierter Bericht über meine Grauverlaufsfilter cokin p.121S, p.121M, p.121L

Feld- und Waldweg als Herbstmotiv

Der Nebel löst sich langsam auf und steigt nach oben. Ich fahre dem Nebel hinterher, es geht aufwärt. Da kommt mir ein ein “Feldweg” in den Sinn, der an einen kleinen Wald mit Laubbäumen grenzt. Langsam zieht der Nebel den Hang hinauf und man sieht nun unter den Nebel hindurch. Das Laub hat sich schön über den Weg verteilt, und das farbige Spiel der überhängenden Bäumen geben eine ideale Herbstkulisse. Es macht sich bezahlt, wenn man seine Herbst-Locations kennt! Bei diesem Bild haben wir eine sehr interessante Verteilung von den hellen Tonwerten links oben, zu den dunklen Tonwerten rechts unten. Diese Lichtverläufe verstärken den dreidimensionalen Bildeindruck. Mit Lichtverläufe bekommt man tiefe ins Bild. Deshalb achtet darauf diese in der Bildkomposition mit einzubeziehen, zusätzlich zu der Linienführung des Weges und der überhängenden Bäume. Bei diesem Bild habe ich keinen Grauverlaufsfilter angewendet und mich nur auf die richtige Belichtung des Weges konzentriert.

Es geht weiter aufwärts und langsam erreiche ich die Nebelgrenze. Die Sonnenstrahlen bohren sich durch den Nebel, wenn der Nebel nicht zu dicht ist und die Sonne noch flach steht, ergeben sich sehr, sehr eindrucksvolle Lichtstrahlen. Das Zeitfenster dieser Strahlenexplosion ist begrenzt, diese sind Abhängig von der „Auflöungsgeschwindigkeit“ des Nebels und dem flachen Sonnenstand.

Ich klettere den Abhang hoch. Beim Bildaufbau entscheide ich mich einen Laubaum als linke natürlichen Bildrahmung einzusetzen. Der Hang gibt dem Bild durch seine diagonale Linienführung noch etwas mehr Dynamik mit, als ein gerader Horizont. Der Nebel verleiht dem Bild etwas mystisches, da er einiges im Hintergrund verbirgt. Durch die roten Blätter am Boden, dem restlichen Grün an den Bäumen und dem neblig weißen Hintergrund gibt es einen schönen Farbkontrast.

Mit bewölktem Himmel kommt mehr visuelle Ruhe in den Blätterwald, da es nicht so viele Lichtflecke gibt. Gestern im UNESCO Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin aufgenommen. Es ist eines der größten zusammenhängende Tiefland Buchenwälder weltweit. In Lightroom entwickel und Farblook und Nachschärfung über Photoshop.

Schnell fließender Herbst-Nebel am Fürstenberg

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