Inhalt des Artikels

  • Nebliger Sonnenaufgang mit Grauverlaufsfitler
  • Ausrüstung zum Grauverlaufsfilters
  • Ablauf
  • Beispiele

Nebliger Sonnenaufgang mit Grauverlaufsfitler

Bei einem nebligen Sonnenaufgang, kann es extreme Lichtverhältnisse geben, hier korrekt zu belichten wird schwierig, den entweder ist der Himmel zu hell oder die Landschaf zu dunkel. Eine „richtige“ Belichtung zu finden wird schwierig, der Fotosensor kann diese extremen Hell- Dunkel-Kontraste nicht in allen Tonwerten abbilden. Ohne Filter muss man sich entweder auf den Himmel oder die Landschaft konzentrieren, beides „korrekt“ zu belichten, ist mit einer Aufnahme technisch noch nicht möglich. Es gibt aber folgende Möglichkeiten die hohen Kontraste zwischen Himmel und Landschaft abzumildern:

  • Eine Belichtungsreihe erstellen und später über Masken in Photoshop kombinieren
  • interne HDR Funktion der Kamera nutzen, wenn vorhanden
  • aus einer RAW Datei die zu hellen und zu dunklen Tonwerte softwaretechnisch nachzukorrigieren
  • Graufilter einsetzten
  • … wer noch eine Möglichkeit kennt, gerne unten anmerken

Bei allen Verfahren ist ein Stativ anzuraten, den die korrekte Belichtung der dunklen Tonwerte kann schon mal eine längere Belichtungszeiten ergeben, die Gefahr ein verwackeltes und damit unscharfes Foto zu erhalten steigt.

Ausrüstung des Grauverlaufsfitler

Kurz zur Ausrüstung, es geht jetzt hier nicht darum, welches Filtersystem besser oder schlechter ist, sondern um die Anwendung. Mein System besteht aus:

  • einem Adapterring, damit der Filterhalter mit dem Objektiv verbunden werden kann
  • den Filterhalter, dieser hat drei Einschübe für rechteckige Filter
  • der Grauverlaufsfilter, diesen gibt es in verschiedenen Grauverlaufsabstufungen

Ablauf für ein Sonnenaufgnag

Soviel zur Technik, kommen wir zum Ablauf für ein Sonnenaufgangsshooting. Meine Ablauf ist einer von vielen, gerne lese ich weitere Anregungen und Erfahrungen, die Sie gemacht haben, im Kommentarfeld unten. Das wichtigste ist: Werde ich überhaupt eine Sonne aufgehen sehen oder versperren Wolken die Sicht.

Normalerweise schaue ich, eine Stunde vor Sonnenaufgang (hängt von der Entfernung des Aufnahmestandorts ab), ob es bewölkt ist, erster Check ein Blick aus dem Fenster. Ist es stark bewölkt wird es kritisch, ist es nur leicht bewölkt wird es spannend. Sehe ich überhaupt nichts, weil es neblig ist, schaue ich zusätzliche in meine Wetterapp, da gibt es eine Infrarot-Darstellung der Bewölkungssituation. Ist es stark bewölkt, schlafe ich weiter ? Hat es nur Nebel oder es ist leicht bewölkt, kann es interessante Lichtsituationen geben, also rein in die Klamotten. Als Kurzfrühstück noch ein Glas Wasser, eine Banane – hier wäre sicher Optimierungs-Bedarf in meinem Ablauf ? – und dann kann es losgehen. Ich schnappe mir die Ausrüstung, welche ich am Vorabend bereitgestellt habe um die morgendliche Vorbereitungsphase abzukürzen und ich länger schlafen kann.

Eigentlich arbeite ich nicht so gern mit dem Grauverlaufsfilter. Das anschrauben des Filterhalters, das einschieben und justieren ist mir zu fummelig. Doch es gibt extreme Lichtsituationen, wie eben ein nebliger Sonnenaufgang, da leisten der Grauverlaufsfilter sehr gute Dienste. Der dunkel Teil des Filters wird nun so über das Objektiv geschoben, das dieser den hellen Himmel (helles Bildmotiv) „abdeckt“ und vermeidet damit eine Überbelichtung, des Himmels. Bei der Belichtungsmessung richte ich mich an das Hauptmotiv. Möchte ich mehr die Landschaft betonen, achte ich auf die dunklen Tonwerte, ist es der Himmel, achte ich mehr auf die hellen Tonwerte. Bin ich mir nicht sicher, mache ich von einem Motiv mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen. Eine Bewertung der Aufnahme erfolgt dann an meinem kalibrierten Monitor.

Kleines Manko bei meinem System, bedingt durch die Brennweite, bei 24mm sieht man im fertigen Bild die Ränder des Filterhalters, hätte ich einen Filterhalter mit nur einem oder zwei Enschüben würde man die Ränder wahrscheinlich nicht sehen. Ich beschneide dann den Rand in einem Bildbearbeitungsprogramm oder retuschiere die sichtbaren Ränder des Filterhalters raus.

Beispiele mit und Ohne Grauverlaufsfilter

Nach der Bildbearbeitung mit Lightroom und Photoshop. Wie man sieht, kann man ein Menge an Bildinformationen, welche durch den Grauverlaufsfilter erhalten blieb, in der Bildbearbeitung heruasarbeiten. Ohne Filter wäre keine Bildinformation da, um diese bearbeiten zu können.

Allgemeiner Nachteil eines Grauverlaufsfilter und beispiele

Ein allgemeiner Nachteil bei Grauverlaufsfiltern ist, dass die Bäume, Pflanzen, Gebäude und Menschen, die in den Himmel „ragen“, auch abgedunkelt werden. Eine manuelle Korrektur in der Bildentwicklungs/bearbeitungs Software wird dann nötig.

Im folgenden nun die Bilder, die ich während einer Fotosession gemacht habe, alle Fotos sind in Lightroom entwickelt und in Photoshop bearbeite worden. In Photoshop habe ich die Schärfe und Farbstimmungen angepasst. Himmel wurde bei der Nachschärfung ausgelassen um die feine „neblige“ Stimmung nicht zu zerstören.

Meine Vorgehensweise vor Ort: ich habe angefangen nur das Feld und die Sonne zu fotografieren, dann habe ich mich langsam nach rechts zum Maisfeld hingearbeitet. Man sieht das an der Reihenfolge der nachfolgenden Fotos.

Bei diesem Bild war der Filter etwas schräg ausgerichtet, damit die Spitzen des Maisfeld nicht abgedunkelt werden, was mir nicht ganz gelungen ist. Die Drehung war möglich, weil der Filterhalter gedreht werden kann. Hier fand ich die Perspektive interessant wie das Maisfeld förmlich in der Sonne mündet.

Die Sonne sollte nur leicht angedeutet zwischen dem Mais hervorscheinen um den zarten Himmelsverlauf zu betonen. Hier fand ich den Kontrast zwischen dem Vordergrund mit den feinen, harten Spitzen der Maispflanze und dem nebligen, weichen Hintergrund interessant.

Bei diesem Bild läuft der Filter über die Pflanzen, ist aber nicht so dramatisch und kaum bemerkbar. Damit der Hintergrund noch weicher wirkt, habe ich eine offene Blende genutzt um eine geringe Schärfentiefe zu erhalten.

Einen Testbericht zu Haida-Filter gibt es von Johannes Schmidt auf:

http://photograficx.de/filtersystem-haida/