“Das Foto ist unscharf” – oder mit Schärfebereich den Blick führen.

“Das Foto ist unscharf”, den Kommentar hatte ich schon lange nicht mehr. Die Menschen scheinen sich daran zu gewöhnen, das nicht alles im Bild scharf sein muss. In diesem Foto sind nur bestimmte Bildteile bewusst scharf und unscharf gehalten um den Blick auf die einzelnen “Blütenstempel” zu lenken. Mit diesem “Scharf-Unscharf Kontrast” kann man das Auge auf die Hauptbildelemente lenken. Das müssen wir nicht mal bewusst machen, sondern unser Gehirn lenkt uns automatisch zum Scharfen-Bereich, da hier ja was wichtiges sein muss.

Und wie bekommt man das fototechnisch so hin?

Bei solchen Makro-Aufnahmen benötigt man “Ruhe” und wenig Bewegung um einen Punkt bewusst scharfstellen zu können, wer seinen Autofokus auf Punkt(Spot)messung einstellen kann, sollte das tun, eine schnelle Verschlusszeit hilft “Bewegungsunschärfe” zu vermeiden, was bei solchen “Makro-Aufnahmen” schnell passieren kann. Ich hatte die Kamera noch auf einem Stativ, damit gab es schonmal keine Bewegungsunschärfe durch “Eigenbewegung”. Es sind schon ein paar Aufnahmen nötig und gelingt nicht immer gleich, genau die Blütenstempel scharf zu bekommen, die man haben möchte.

Was ich auch schon ausprobiert habe, wenn das Motiv sich bewegt (meistens durch den Wind), den Autofokus auf Servo gestellt, so dass das Objektiv kontinuierlich die Schärfe anpasst und zusätzlich auch noch im Serienbildmodus (5 Bilder in der Sekunde) fotografiert – ein Bild wird dann schon Scharf sein 😉

Dieser “Scharf-Unscharf-Effekt” wird stärker, je mehr die Blende geöffnet wird (kleinen Blendenwert), je länger die Brennweite des Opjektivs eingestellt wird (Hohe Brennweiten Zahl) und je näher man am Motiv steht, hängt aber vom Objektiv ab, wie nah man ran kann. Kennzahlen zum Foto: Brennweite 100mm, Blende f2,8 Abstand ca. 15cm zur Blüte. Autofokus war auf Punktmessung eingestellt, damit konnte ich einen Blütenstempel anvisieren.

Bei der Entwicklung in Lightroom, habe ich das Bild mit den gelben Blüten noch entrauscht, was kaum nötig war und den Kontrast verstärkt. Details und Klarheit nur im Schärfebereich angehoben und eine leichte Vignettierung eingefügt. In Photoshop die “Scharfen” Bildteile nachgeschärft. Den Kontrast mit einer Gradationskurve nochmals verstärkt, und die dunklen Töne leicht ins “rötliche” gezogen.

Beim zweiten Bild habe ich zusätzlich noch geblitzt um eine „Vignettierung“ nach außen zu verstärken, diese Blüte sah aus wie eine Kugel (Riesen-Lauch?)